ViveaAnzeichen einer Demenz
Wie erkenne ich Anzeichen einer Demenz bei einem Gast und wie kann ich ihn unterstützen?Blogbeitrag | von Martina Schmidhuber
„Every three seconds, someone, somewhere, develops dementia.“
(World Alzheimer Report 2024)
Alle drei Sekunden erkrankt laut World Alzheimer Report irgendwo auf der Welt ein Mensch an einer Demenz. Das zeigt: Die Wahrscheinlichkeit, an einer Form der Demenz zu erkranken, ist groß und steigt mit zunehmendem Alter (ab 65 Jahren). Die häufigste Demenzform ist die Alzheimer-Krankheit mit rund 70 % aller Demenzen.
Diese Entwicklung zeigt, dass es wichtig ist, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und Menschen mit Demenz nicht zu stigmatisieren. Denn sie sind Teil unserer Gesellschaft und haben eine wertschätzende Behandlung verdient. Ein guter Umgang mit Menschen mit Demenz ist ein wesentliches Merkmal einer solidarischen Gesellschaft und kann helfen, dass sich Betroffene besser fühlen.
Aufgrund des Alters und der Häufigkeit von Demenzen ist es nicht unwahrscheinlich, dass ein Vivea-Gast kognitive Einschränkungen aufweist oder sich bereits im frühen Stadium einer Alzheimer-Demenz befindet. Es kann sich aber auch um normale Altersvergesslichkeit handeln, denn das Gehirn wird mit zunehmendem Alter nicht leistungsfähiger. Deshalb ist es für alle Mitarbeitenden der Vivea-Hotels wichtig zu wissen, wie sie erste Demenzsymptome erkennen können.
➥ Wie erkenne ich eine kognitive Einschränkung aufgrund einer Demenz?
➥ Wie kann ich als Vivea-Mitarbeitende/r in diesem Fall bestmöglich mit dem Gast umgehen?

Alzheimer-Demenz im frühen Stadium erkennen
Die Abnahme der Gedächtnisleistung ist ein frühes Demenz-Symptom.
Wenn der Gast häufig und kurz hintereinander dieselbe Frage stellt oder regelmäßig nach verlorenen Gegenständen sucht, kann von einer kognitiven Beeinträchtigung ausgegangen werden.
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Ein weiteres Symptom ist Orientierungslosigkeit. Wenn ein Gast sehr verloren wirkt und im Haus offenbar ohne Ziel umherläuft, ist dies möglicherweise auf Alzheimer zurückzuführen.
Auch Stimmungsschwankungen zeigen sich häufig in diesem Stadium. Ist der Gast an einem Tag noch freundlich und entspannt, kann er am nächsten schlecht gelaunt und unfreundlich sein. Es ist auch möglich, dass die Stimmungsschwankungen innerhalb eines Tages auftreten.
Auch Wortfindungsstörungen können hinzukommen. So könnte es etwa passieren, dass ein Gast nicht benennen kann, dass er seinen Zimmerschlüssel an der Rezeption abholen möchte.
Frühe Demenzsymptome können sich also auf unterschiedliche Art und Weise zeigen.
Bestmögliche Unterstützung von Gästen mit kognitiven Einschränkungen
Das, was am meisten hilft und was Vivea-Mitarbeitende üblicherweise auch gut beherrschen, ist Geduld.
Menschen, die verwirrt sind – wozu die unbekannte Umgebung und die großen Häuser noch zusätzlich beitragen können – brauchen vor allem ein geduldiges Umfeld, um sich nicht völlig verloren zu fühlen.
Langsames, deutliches Sprechen, Dinge wiederholen und direkt zeigen, z. B. „Kommen Sie, setzen Sie sich inzwischen auf diesen Stuhl.“, können dem Menschen mit Demenz Sicherheit geben.
Kontraproduktiv ist ein ständiges Korrigieren ihres Verhaltens und Zurechtweisung.
Es kann helfen, sich vorzustellen, wie es sich anfühlen würde, selbst verwirrt, vergesslich und orientierungslos zu sein. Welchen Umgang würde man sich dann selbst von anderen Menschen wünschen? Orientiert man sich daran, kann man gar nicht so viel falsch machen!
Wenn der Gast extrem verwirrt und orientierungslos wirkt, ist es wichtig, die diensthabende Ärztin/den diensthabenden Arzt dazuzuholen. Medizinisches Personal kann feststellen, ob es sich ev. um Verwirrung aufgrund Dehydrierung handelt, da ältere Menschen die Neigung haben, zu wenig zu trinken, oder ob anderweitig zu handeln ist.
Weiterführende Literatur:
World Alzheimer Report 2025. Reimagining life with dementia – the power of rehabilitation, online: https://www.alzint.org/resource/world-alzheimer-report-2025/ (28.04.2026)
Maier, Wolfgang/Schulz, Jörg/Weggen, Sascha/Wolf, Stefanie: Alzheimer & Demenzen verstehen. Diagnose, Behandlung, Alltag, Betreuung. Stuttgart: Trias 2011.

Martina Schmidhuber | Leitung People & Culture - Künig GmbH


