ViveaUnternehmensethik

warum sie sich für alle lohnt
Blogbeitrag | von Martina Schmidhuber
Vivea Blogbeitrag © pixabay tumisu-ethics-2991600

Lohnt es sich für Unternehmen, ethisch zu sein?

Vermutlich kommt jeder Person gleich ein Unternehmen in den Sinn, das sie als „unethisch“ bezeichnen würde und das sie nicht unterstützen möchte.

Das oberste Ziel eines Unternehmens ist wirtschaftlicher Erfolg. Das ist klar, denn ohne wirtschaftlichen Erfolg würde das Unternehmen nicht bestehen können. Unternehmen schaffen Arbeitsplätze und bieten deshalb Menschen eine Existenzgrundlage.

Allein diese Tatsache ließe sich bereits als ethischer Beitrag für die Gesellschaft verstehen.

Vivea Blog

⤵︎

Dennoch gewinnt man den Eindruck, dass sich manche Unternehmen ethischer als andere verhalten.

Was ist mit Unternehmensethik gemeint, wie zeigt sich diese und:

Lohnt es sich für Unternehmen, ethisch zu sein?

Ethik und Moral

Unsere Moral zeigt sich in unserem täglichen Tun: Sind wir freundlich zueinander? Sind wir ehrlich gegenüber unseren Mitmenschen? Welche Werte sind uns wichtig und werden gelebt? Ethik ist das Nachdenken über unser tägliches Miteinander – sie ist die Theorie der Moral.
Wenn wir uns Gedanken über Unternehmensethik machen, dann stellen sich genau diese Fragen: Wie wird mit Mitarbeitenden im Unternehmen umgegangen? Welche Werte vertritt ein Unternehmen nach außen und lebt diese auch nach innen? Verhält sich das Unternehmen transparent bei großen Entscheidungen, die die Belegschaft betreffen?

Studien zeigen, dass die Zufriedenheit und Bindung der Mitarbeitenden größer sind, wenn ein Unternehmen ethische Werte vertritt.

Grundsätzlich lässt sich die Ethik in Unternehmen in interne und externe Aspekte gliedern: Der Umgang mit Mitarbeitenden im Unternehmen (faire Bezahlung, Chancengleichheit, Gleichberechtigung der Geschlechter etc.) und Führungsstil zählen zu den internen Aspekten. Externe Aspekte betreffen Geschäftsgebaren (Wie fair wird mit Geschäftspartner:innen umgegangen? Mit wem werden Geschäft gemacht?), gesellschaftliche Verantwortung und Nachhaltigkeit.

Ariane Pfleger, Vorstandvorsitzende einer großen österreichischen Bank, hält fest: „Ethisches Verhalten fördert das Vertrauen von Kunden, Partnern und Mitarbeitern. Eine positive Reputation kann sich direkt auf den Geschäftserfolg auswirken. Unternehmen, die als verantwortungsbewusst wahrgenommen werden, ziehen nicht nur Kunden an, sondern auch talentierte Mitarbeiter.“ (S. 56)

Wenn aber die Unternehmensethik vor allem Vorteile hat, warum handeln dann nicht alle Unternehmen ethisch?

Ethik als langfristige Maßnahme

Der Hauptgrund liegt darin, dass ethisches Handeln im Widerspruch zur Gewinnmaximierung und zur schnelllebigen Wirtschaftswelt als Ganzes zu stehen scheint. Hat ein Unternehmen die Wahl, ein Produkt günstiger und schneller für die eigene Produktion zu erwerben, dann fällt es aus rein wirtschaftlicher Sicht schwer, sich für das teurere, nachhaltig hergestellte zu entscheiden. Mehr Profit geht nicht immer mit ethischen Standards einher – im Gegenteil.

Kurzfristige, schnelle Erfolge gehen also häufiger auf Kosten der Unternehmensethik, langfristig kann die rasche Gewinnmaximierung allerdings schaden. Denn bei Mitarbeitenden, Gästen und Kund:innen steigt das Bewusstsein für Ethik. Vielen Menschen ist es wichtig, dass Produkte regional sind (z. B. bei Lebensmitteln) oder dass Konsumgüter wie Kleidung nicht mit Kinderarbeit hergestellt wurden. Werden menschenunwürdige Bedingungen bei Unternehmen publik, was über Social Media schnell geschehen kann, zieht das eine Rufschädigung nach sich, die sich selbstredend auch wirtschaftlich auswirkt.

Ähnlich verhält es auch beim Umgang mit Mitarbeitenden. Der Ruf eines Unternehmens hängt wesentlich auch davon ab, wie die Mitarbeitenden behandelt werden. Fühlen sie sich wertgeschätzt und wird transparent kommuniziert? Werden die vereinbarten Arbeitszeiten eingehalten? Haben die Mitarbeitenden die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und besteht in diesem Sinne ein Fortbildungsangebot?

Wir, die People & Culture-Abteilung für die Vivea-Hotels, setzen von Anfang an auf ethische Standards, nämlich schon beim Recruiting: Wir schreiben nur Stellen aus, wenn wir wirklich suchen (keine Ghost-Jobs!), antworten Bewerber:innen rasch, freundlich sowie wertschätzend und Bewerber:innen werden nur zum Vorstellungsgespräch eingeladen, wenn die an der Stelle interessierte Person wirklich in Frage kommt (keine falschen Hoffnungen).

Darüber hinaus haben wir einen Fortbildungskatalog erstellt, aus dem Mitarbeitende Kurse wählen können – von der fachlichen Weiterqualifizierung bis hin zur Persönlichkeitsentwicklung.

Unternehmensethik lohnt sich also langfristig, nämlich für alle Beteiligten!

Weiterführende Literatur:

Pfleger, Ariane: „Don’t be evil“ – Ein Leitprinzip für den Erfolg? In: Gesellschaft & Politik. Zeitschrift für soziales und wirtschaftliches Engagement, Wien 2024, 55-58.

Unkrig, Erich R.: Die wertorientierte (Führungs-)Persönlichkeit. Rückgrat zeigen und Orientierung geben, Heidelberg 2023.

Vivea P & C Team | Martina Schmidhuber

   Martina Schmidhuber | Leitung People & Culture - Künig GmbH