ViveaWie wird man eigentlich Küchenchefin?

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Wie wird man eigentlich Küchenchefin?

 

Tamara Hähner im Gespräch mit Martina Greiner, Küchenchefin im Vivea Hotel Bad Goisern.

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Liebe Martina, du bist Küchenchefin im Vivea Hotel Bad Goisern. Wie verlief dein bisheriger Werdegang?

Ich habe 2010 meine Lehre in einem Traditionsbetrieb in Goisern absolviert.

In meinem Lehrbetrieb wurde ich sehr gefördert und gefordert, da ich dort bereits ab dem 2. Lehrjahr als vollwertige Köchin agieren konnte.

Im Winter nach meiner Lehre war ich auf Saison in St. Anton am Arlberg und konnte dort viele Erfahrungen sammeln. Diese haben mich sehr geprägt und ich kann es nur jedem empfehlen.

Im Sommer danach war ich nochmals in meinem Lehrbetrieb und 2014 habe ich dann im Vivea Hotel Bad Goisern als Jungköchin angefangen.

War Köchin schon immer dein Traumberuf?

Für mich war es von Kind an schon ganz klar, dass ich Köchin werden möchte. 
Auch in meiner Familie gibt es einige Gastronomen. 

Mit meiner Oma und meiner Mama war ich schon als Kind gerne in der Küche.

In der Volksschule hielt ich bereits ein Referat darüber, dass ich gerne Köchin werden möchte. Und während meine Klassenkameraden es gerade einmal schafften, die Mikrowelle zu bedienen, bereitete ich mir schon meine ersten Speisen selbst zu.

Martina, ich sehe deine Augen schon richtig strahlen, wenn du von deinem Beruf erzählst. Was genau reizt dich denn daran?

Mir gefällt es, wenn man seine Vielseitigkeit ausleben und ein Stück seiner Leidenschaft auf den Teller bringen kann und es von den Gästen geschätzt wird.
Außerdem hat man so viele verschiedene Möglichkeiten – rein theoretisch könnte man überall auf der Welt arbeiten, auf ein Schiff gehen oder man kann sich auch eine Stelle suchen, welche in der Heimat liegt.

Besonders gefällt mir, dass man zu den Stoßzeiten seine Grenzen ausreizt und am Ende des Tages sieht man, dass alles so funktioniert hat, wie man es sich vorgestellt hat – das führt bei mir zu einem Gefühl der vollkommenen Zufriedenheit.
Kochen hat für mich auch etwas Meditatives – für mich gehört es zu meinem Leben wie atmen, dabei kann ich alles ausblenden.

Beim Kochen bin ich mit ganzem Herzen und mit all meinen Emotionen dabei.

Warum hast du dich damals bei Vivea beworben?

Ich hätte die Möglichkeit gehabt, in dem Betrieb in St. Anton nochmals auf Wintersaison zu gehen. Allerdings hat mir damals, als ich auf Saison war, meine Familie und mein Freundeskreis sehr gefehlt. Außerdem hatte ich in meinem Freundeskreis niemanden, der auch in der Gastro tätig war und somit musste ich meistens arbeiten, wenn die anderen feierten oder etwas miteinander unternahmen. Daher zögerte ich, die Stelle in St. Anton wieder anzunehmen.

Zu diesem Zeitpunkt sperrte zufällig das Vivea Hotel auf und ich habe mich auf gut Glück beworben. Von meinem Zuhause aus sieht man genau zum Vivea Hotel rauf.

Vorher war es ein Gesundheitshotel und schon in meiner Kindheit gab es in der Familie immer den kleinen Spaß, dass ich eines Tages in diesem Hotel arbeiten werde. Als ich dann meine Chance im Vivea Hotel tatsächlich bekommen habe, war dies ein bisschen wie Schicksal.

Durch die etwas geregelteren Arbeitszeiten lassen sich Freunde und Familie wunderbar mit meinem Beruf vereinbaren.

Von der Jungköchin zur Abteilungsleitung – war dies eine große Umstellung für dich?

Ich bin nun seit fast 8 Jahren Abteilungsleitung – durch diese Position hat sich mein Arbeitsalltag natürlich verändert.

Vor allem die ersten Monate als Abteilungsleitung waren enorm fordernd, da man über alles den Überblick behalten muss und ich nichts vergessen durfte.

Als Köchin hatte ich mich nur darum zu kümmern, dass auf meinem Posten alles läuft – das ist ein großer Unterschied. Teilweise bin ich nachts aufgewacht und habe mir Dinge notiert, damit ich sie nicht vergesse. Aber nach und nach bin ich in die Position reingewachsen.

Wie verläuft ein typischer Arbeitsalltag für dich?

Bei mir gleicht kein Tag dem anderen.
Aber meistens mache ich den Spätdienst, da ich dann kurz vor dem Mittagessen mit meinem Dienst beginne und so auch bei Bedarf gleich aktiv beim Mittagsgeschäft mithelfen kann. Sollte mein Team für das Mittagsgeschäft keine Unterstützung benötigen, erledige ich als Erstes meine Büroarbeiten wie Bestellungen, Dienstplan etc.

Je nach Mitarbeiterstand bin ich nachmittags in der Küche und produziere die Speisen aktiv mit. Die Vorbereitungen für das Abendgeschäft sind enorm wichtig, damit dann alles reibungslos verläuft.

Sollten genügend Mitarbeitende am Nachmittag eingeteilt sein, erledige ich meine Abteilungsleiter-Aufgaben.

Abends bin ich immer aktiv bei der Essensausgabe dabei und stehe meinen Mitarbeitenden zur Seite.

Manchmal bin ich auch im Frühdienst eingeteilt – hier bin ich in der Früh in der Funktion einer normalen Köchin und tausche mich erst mit dem Spätdienst ab, damit ich mich dann um meine Büroarbeiten kümmern kann. 

Wie fühlst du dich in einem Beruf mit „Männerüberschuss“?

Prinzipiell ist es mir egal, ob ich mit Frauen oder Männern zusammenarbeite – jedes Geschlecht hat seine eigenen Herausforderungen.

Ich hatte noch nie das Gefühl, dass ich als Frau nicht respektiert oder nicht ernst genommen werde.

Ich selbst beurteile meine Mitarbeitenden auch nicht nach Geschlecht, sondern nach Leistung und ebenso bin ich bisher immer behandelt worden.

Auch bezüglich meines Alters hatte ich noch nie Schwierigkeiten mit älteren Mitarbeitenden, da ich immer versuche, auf Augenhöhe zu kommunizieren.

Ich habe schon früh gelernt, dass ich als Führungskraft meine Werte vorleben muss, damit es von meinen Mitarbeitenden so übernommen wird. Daher hatte ich diesbezüglich noch nie irgendwelche Herausforderungen.

Was würdest du sagen, macht dein Team aus?

Wir sind zwar ein bisschen ein chaotisches und zusammengewürfeltes Team, aber wenn es drauf ankommt, helfen wir immer alle zusammen und jeder steht für jeden ein.

Gibt es noch berufliche Ziele, die du verfolgst?

Über meine Zukunft habe ich mir noch keine weiteren Gedanken gemacht.

Natürlich würde mich etwas Neues reizen, aber ich bin schon so lange bei Vivea und in meinem Team gibt es Mitarbeitende, die diese gesamte Zeit mit mir zusammen hier verbracht haben.

Für mich ist Vivea zu einer zweiten Familie geworden und momentan bin ich absolut glücklich und zufrieden, wie es ist.

Martina, vielen Dank für diese herzergreifenden Einblicke!

   Tamara Hähner | People & Culture - Künig GmbH